Wednesday, August 14, 2013

[Autoren-Interview] Jenny Brunder

Auch die liebe Jenny Brunder [Die Keldoraz-Saga - die Abtrünnigen] hat meinem Blog (und somit auch euch) ein Interview gegeben. Viel Spaß beim Lesen ;o)



Dobbie fragt: Wie bist du zum Schreiben gekommen und wann war das (Jahr)?

Jenny antwortet:  Ich mochte Geschichten schon immer und habe auch in der Schule gerne Aufsätze geschrieben. Ich habe gern viel gelesen und mir oft überlegt, wie ich an Stelle des Autors die Geschichte zu Ende geschrieben hätte. Da war es nur natürlich für mich, das selbst einmal auszuprobieren.  1996 habe ich mit 13 das erste Mal eine größere Geschichte geschrieben. Damals noch mit dem Zwei-Finger-Suchsystem auf meiner ersten Schreibmaschine.

 

Dobbie fragt: Was hat dich beim Schreiben von "Die Keldoraz-Saga - Die Abtrünnigen" inspiriert?

Jenny antwortet: Die Idee für „Die Abtrünnigen“ hatte ich vor ca 10 Jahren. Damals hatte mich ein Freund gebeten eine kurze Geschichte zu einem kleinen Browsergame zu schreiben. Daraus wurde am Ende zwar nichts, aber die Grundidee der Abtrünnigen ist geblieben und ich dachte mir, es wäre eine Verschwendung, wenn ich sie nicht nutzen würde. Die Szene am Anfang entstand aus einem Traum, den ich hatte, bei der ich einer Frau dabei zusah, wie sie vor ein paar Verfolgern floh.

 

Dobbie fragt: Hast du zuerst die Geschichte oder die Charaktere im Kopf?

Jenny antwortet: Ein Teil der Geschichte kam zuerst. Ich wollte über ein Mädchen schreiben, dass von jemanden aus ihrem langweiligen Dorfleben „gerettet“ wird, um in eine Dämonin verwandelt zu werden. Danach kamen die Charaktere, dann der Rest der Geschichte.

 

Dobbie fragt: Valdrac, Nazami und weitere Kreaturen tummeln sich in der Geschichte um Sharai. Woher hast du dir die ganzen Ideen für die neuen Namen und Eigenschaften geholt? Gibt es eventuell weitere Bücher über diese Kreaturen, von denen ich (und eventuell meine Leser) einfach nur noch nichts wissen?

Jenny antwortet: Nein, es gibt keine weiteren Bücher über diese Rassen. Für die Namen habe ich eine lange Zeit gebraucht, das ist bei allen Namen irgendwie immer so. Es dauert, bis ich etwas finde, mit dem ich zufrieden bin. Außer es handelt sich um Nebenpersonen, da ist das nicht ganz so wichtig für mich. Einige meiner Rassen haben ja Ähnlichkeiten mit den bekannten Fantasy Rassen, was ihre Fähigkeiten oder ihr Aussehen angeht. Da der Leser jedoch meist schon ein Bild davon hat, wie zb Elfen oder Orks sein sollen, wollte ich doch lieber meine eigenen Rassen entwickeln. Die Nazami kamen da zuerst, ich wollte unbedingt eine Rasse bei der, nicht wie sonst üblich, die Männer das Sagen haben. Als eine der ältesten Rassen haben sie natürlich eine richtig lange und komplizierte Geschichte und es hat richtig Spaß gemacht, mir diese auszudenken. Ideen kamen von überall her, von Büchern, die ich selbst mal gelesen habe, oder auch von der realen Welt.

 

Dobbie fragt: Hast du irgendwelche Rituale vor dem Schreiben?

Jenny antwortet: Eigentlich nicht. Ich suche nur die passende Musik aus und versuche dafür zu sorgen, dass ich nicht abgelenkt werde.

 

Dobbie fragt: Wie suchst du dir die Namen deiner Charaktere aus? Bekommen diese "einfach so" ihre Namen, oder steckt da eine bestimmte Bedeutung oder ein bestimmter Grund dahinter?

Jenny antwortet: Namen auszusuchen ist für mich immer recht schwer. Da ich aber schon lange Zeit im Internet unterwegs bin und viele Leute dort „getroffen“ habe, habe ich mir irgendwann einmal eine Liste angelegt, mit Namen, die mir gefallen haben. Manchmal nutze ich die, oder ändere sie ab. Für Sharai habe ich zb eine Ewigkeit gebraucht, bis ich einen Namen hatte. Am Ende kam der Vorschlag dann von einem Freund. Manchmal, wenn ein Charakter einer echten Person nachempfunden ist, bekommt der Charakter den Nickname dieser Person als Namen, sofern es passt.

 
 
Dobbie fragt: Wie kamst du auf den Titel deines Buchs?

Jenny antwortet: Vor einigen Jahren war ich einige Zeit in einem Forum unterwegs, dass sich „Die Abtrünnigen“ nannte, indem eigentlich über alles diskutiert wurde und jeder so willkommen war, wie er oder sie eben war. Die Idee gefiel mir und hat sich in meinem Kopf festgesetzt, als ich mit der Geschichte anfing.

 

Dobbie fragt: Wie lange hattest du an "Die Keldoraz-Saga - Die Abtrünnigen" geschrieben?

Jenny antwortet: Die erste Fassung, die ich vor 10 Jahren geschrieben habe, hat etwa zwei Wochen gedauert, in denen ich fast nichts andres tat, außer Schreiben. Damals habe ich es an Verlage geschickt, jedoch ohne Erfolg. Dann habe ich die Geschichte erst einmal weg gelegt und erst viele Jahre später wieder herausgeholt, um sie zu überarbeiten. Dabei habe ich eine Menge hinzugefügt, was etwa vier Wochen gedauert hat, bis ich damit zufrieden war.

 

Dobbie fragt: Hattest du beim Buchcover ein Mitspracherecht, also durftest du deine eigenen Ideen mit einbringen? Oder wurde dir das Cover vorgeschlagen?

Jenny antwortet: Ich habe das Buchcover selbst erstellt. Ich habe lange darüber nachgedacht, was denn eigentlich aufs Cover soll, bis ich etwas fand, das mir gut genug erschien.

 

Dobbie fragt: Hattest du für die Veröffentlichung nach einem Verlag gesucht, oder von Anfang an beschlossen, die Sache alleine in die Hand zu nehmen?

Jenny antwortet: Für die ursprüngliche Version hatte ich einen Verlag gesucht, aber als ich das Buch nach so langer Zeit wieder in die Hand nahm, um daran zu arbeiten, war mir eigentlich schnell klar, dass ich mich gerne an diesem neuen Trend dem Selfpublishing versuchen wollte.

 

Dobbie fragt: Was war es für ein Gefühl, die erste fertige eBook Auflage zu sehen? Und was denkst du, wie du fühlen wirst, wenn du die ersten gedruckten Exemplare bekommst?
 
Jenny antwortet: Als ich das Buch zum ersten Mal bei Amazon zum Verkauf gesehen hatte, hatte ich eine ganze Menge unterschiedlicher Gefühle. Erst einmal Stolz natürlich, aber auch Angst, wie es denn ankommen würde. Ich glaube, das ist ganz normal. Auch erschien es mir irgendwie unwirklich. Ich glaube, wenn ich das gedruckte Buch in Händen halten werde, wird das noch mal etwas ganz anderes sein. Das war schließlich ein Traum von mir, seit ich klein war. Irgendwann einmal mein eigenes Buch in den Händen zu halten. Natürlich ahnte damals noch niemand, dass es ebooks geben würde.

 

Dobbie fragt: Wie stehst du dem Thema Buchverfilmung gegenüber und wie würdest du es finden, wenn man "Die Keldoraz-Saga - Die Abtrünnigen" verfilmen würde?

Jenny antwortet: Ich muss ehrlich sagen, ich stehe dem Thema etwas skeptisch gegenüber. Ich finde, dass viele solcher Verfilmungen dem Buch nicht gerecht werden. Oft wird auch viel geändert, zb in den Harry Potter Filmen und das hat mich doch sehr gestört. Daher weiß ich nicht, wie ich es finden würde, wenn mein Buch verfilmt werden würde. Das käme auf das Drehbuch an, denke ich. Persönlich würde es mir besser gefallen, wenn aus meinen Büchern eine TV Serie werden würde, statt Filme, aber wer weiß. Man kann ja träumen J



Dobbie fragt: Wer in deinem engsten Familien- und Bekanntenkreis ist dein größter Kritiker?

Jenny antwortet: Meine Mutter. Sie ist selbst eine richtige Leseratte (das hab ich wohl von ihr) und hält nie mit ihrer Meinung hinterm Berg, was ich sehr an ihr schätze. Ich will nicht, dass sie mir etwas vormacht, um meine Gefühle nicht zu verletzen. Ich brauche die Ehrlichkeit, um zu wissen, was für meine Geschichten gut ist und was eben nicht. Natürlich höre ich auch nicht immer auf sie, bin aber immer froh ihre Meinung zu hören und mit ihr zu diskutieren.

 

Dobbie fragt: Welches Buch hat einen nachhaltigen Eindruck bei dir hinterlassen und ist aus deinem Bücherregal nicht mehr wegzudenken?

Jenny antwortet: Das erste Fantasy Buch, das ich je gelesen habe und das dafür verantwortlich ist, dass ich überhaupt eine Leseratte wurde. „Dreizehn“ von Wolfgang und Heike Hohlbein. Das habe ich wirklich oft gelesen. Natürlich auch Harry Potter, eine wirklich fantastische Serie. Auch der Herr der Ringe darf nicht vergessen werden, hier hat mich vor allem die Tiefe der Welt beeindruckt. Die ganzen verschiedenen Rassen und Völker, verschiedene Sprachen, die ganzen Hintergründe. So etwas in der Art wollte ich auch schon immer selbst entwerfen. Seit einiger Zeit nehmen auch die Bücher der Blackdagger Brotherhood immer mehr Platz ein und seit neustem bin ich ein großer Fan der „Gilde der Jäger“

 

Dobbie fragt: Wenn du jetzt kein Autor wärst, würde dir da etwas in deinem Leben fehlen?

Jenny antwortet: Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie es wäre, nicht zu schreiben und wenn es nur für mich selbst wäre. Das Schreiben hat mir oft geholfen, wenn es mir nicht so gut ging. Auch wenn ich genervt bin, hilft es mir, mich einfach an den Schreibtisch zu setzen und an meiner Geschichte weiterzuschreiben.

 

Dobbie fragt: Was machst du, um einem KreaTIEF vorzubeugen bzw. um aus einem herauszukommen?

Jenny antwortet: Bei einem solchen Tief hilft es mir immer, mich mit meinen Testlesern zu unterhalten, über Pläne zu sprechen. Manchmal hilft es auch Abstand zu gewinnen. Wenn ich zb nicht in der Stimmung bin für meine Fantasy Saga, oder dort nicht weiterkomme, schreibe ich oft für eine Weile an etwas anderem.

 

Dobbie fragt: Hättest du früher damit gerechnet, dass dein Buch bei den Lesern bislang so gut ankommen würde?

Jenny antwortet:  Nein, ich hatte zwar Testleser, denen es gefallen hat, aber ich wusste natürlich nie mit Sicherheit, ob sie das vielleicht nur sagen, weil sie mich mögen. Daher ist jede positive Reaktion von einem „Fremden“ immer besonders schön und irgendwie aufregend.

 

Dobbie fragt: Gibt es Dinge, die dich am Buchgeschäft stören? Wenn ja, welche sind das?

Jenny antwortet: Mich stört das Verhalten der meisten Verlage gegenüber den Selfpublishern. Statt zu sehen, was sie vielleicht bessern machen könnten, verhalten sie sich so, als wäre das Selbstveröffentlichen eine große Schande, die es auszumerzen gilt. Das finde ich schade.

 

Dobbie fragt: Warst du schon mal auf einer Buchmesse (Frankfurt oder Leipzig)? Falls ja, warst du privat dort oder nicht? Und wie hatte es dir dort gefallen?

Jenny antwortet: Nein, leider bin ich noch nie dazu gekommen. Ich würde aber gerne einmal dorthin.

 

Dobbie fragt: Da ich selbst sehr aktiv auf twitter und facebook bin, interessiert mich eines ganz besonders: Dank der Social Networks ist der Kontakt zwischen Autor/in und deren Leser/Fans viel intensiver geworden. Fluch oder Segen?

Jenny antwortet: Twitter ist jetzt nicht so mein, muss ich ehrlich sagen. Das ist neu für mich und irgendwie komm ich mir dort ein wenig fehl am Platz vor. Facebook auf der anderen Seite benutze ich schon jahrelang. Ich finde es toll, dass es einfach ist Kontakt zwischen Leser und Autor herzustellen. Ich fand das früher immer schade, dass man so gut wie nie etwas von den Autoren hörte, zb darüber wie sie arbeiten, an was sie gerade arbeiten usw. Wenn sich meine Leser für so etwas interessieren, bin ich gerne bereit darüber zu sprechen/schreiben. Auch finde ich es gut, dass es einfacher geworden ist, Feedback zu erhalten. Nicht nur durch eine vielleicht anonyme Rezension, sondern auch durch Kommentare auf Facebook oder der Website, denen man dann auch antworten kann.

 

Dobbie fragt: Hast du neue Buchprojekte am Start? Wenn ja, kannst oder willst du deinen Lesern schon etwas verraten?

Jenny antwortet: Während ich im Moment fleißig dabei bin, das 2. Buch der Saga zu überarbeiten, ist das 3. Buch in der Schreibphase. Außerdem arbeite ich an einer Sci-Fi Geschichte, die ich schon immer schreiben wollte, nur nie den Mut dazu hatte. Wie „Die Keldoraz Saga“ wird es sich auch dabei um eine Buchreihe handeln, da ich mir einfach nicht vorstellen kann, nur ein Buch zu schreiben und dann nie wieder mit den Charakteren zu tun zu haben.

 

Dobbie fragt: Wenn du privat auch Bücher liest, liest du dann richtige Bücher oder lieber eBooks? Und welche Genre liest du am liebsten und welche magst du überhaupt nicht?

Jenny antwortet: Das ist unterschiedlich. In letzter Zeit habe ich vor allem ebooks gelesen, seit ich mein Tablet habe. Vor allem, weil es so einfach ist. Ich kaufe es und ein paar Sekunden später ist es da. Wenn ich es als richtiges Buch bestelle, muss ich ja erst einmal warten. Ich gehe allerdings auch gerne in einen Buchladen, schaue mich dort lange um und kaufe mir dann ein Buch. Am liebsten lese ich Sci-Fi und Fantasy, aber es kommt auch mal der eine oder andre Thriller oder Krimi dazu. Liebesromane würde ich sagen, sind so ziemlich das einzige, was ich wahrscheinlich nie lesen würde.

 

Dobbie fragt: Gibt es eine bestimmte Romanfigur (allgemein), mit der du dich am meisten identifizieren kannst?

Jenny antwortet: Puh, da fällt mir jetzt auf Anhieb niemand ein.

 

Dobbie fragt: Gibt es Tage, an denen du überhaupt nicht schreibst und dann wieder welche, an denen du überhaupt nicht vom Schreibtisch wegkommst?

Jenny antwortet: Es gibt leider Tage, an denen ich nicht schreibe, weil ich einfach nicht dazu komme. Vor allem seit ich das Buch veröffentlicht habe, gibt es irgendwie immer was zu tun. Tage an denen ich nicht aufhören kann zu schreiben, gibt es viele. Vor allem, wenn ich an einer bestimmten Stelle in der Geschichte bin, auf die ich mich lange gefreut habe und sie jetzt endlich auch schreiben darf. Dann kommt es schon mal vor, dass mein Freund mich genervt fragt, ob es denn heute überhaupt noch was zu essen gibt ;D

 

Dobbie fragt: Beschreibe uns doch mal deinen Alltag! Was tust du, wenn du nicht schreibst?

Jenny antwortet: Wenn ich nicht schreibe, kümmere ich mich doch noch meistens irgendwie um die Bücher. Arbeite an meiner Website, oder verbringe Zeit mit dem Ausarbeiten von Charakteren und ähnlichem. Ansonsten kümmere ich mich um den Haushalt. In meiner Freizeit lese ich sehr viel, schaue aber auch gerne Serien oder Filme an. Viel zu viel Zeit verbringe ich auch mit PC-Spielen. Da ich immer an neuen Geschichten interessiert bin und es mir egal ist, auf welchem Medium, kann ich mich da manchmal stundenlang drin vertiefen.

 

Dobbie fragt: Hast du noch einen besonderen Herzenswunsch, den du dir noch erfüllen möchtest?

Jenny antwortet: So viele Leser wie möglich mit meinen Geschichten zu unterhalten.

 

Dobbie fragt: Was wünschst du dir für deine Zukunft?

Jenny antwortet: Ich wünsche mir, dass ich weiterhin so viel Zeit mit Schreiben verbringen kann. Dass ich mich weiter entwickle und besser werde. Und dass ich in der Lage sein werde, meine Bücher zu veröffentlichen.

 

Dobbie fragt: Gibt es noch etwas, das du deinen Lesern mitteilen möchtest?

Jenny antwortet: Ich bin immer an Leserfeedback interessiert, egal ob positiv oder negativ, solange es ehrlich gemeint ist. Auch für Wünsche und Vorschläge bin ich immer offen. Zu erreichen bin ich dafür auf meiner Website oder auch auf meiner Facebookpage https://www.facebook.com/Keldoraz Mein Ziel ist es die Leser zu unterhalten und das geht natürlich nur, wenn ich weiß, was sie mögen bzw nicht mögen.



Hier noch ein paar interessante Links:




Liebe Jenny,
vielen Dank, dass du uns dieses ausführliche Interview gegeben hast ♪

2 comments:

  1. schönes Interview und schön lang. Tolle und interessante antworten =)

    LG sheena

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