Sunday, September 28, 2014

[Autoren-Interview] Kay Noa

Ja meine lieben Blog-Leser und -Leserinnen.

Ihr seht schon richtig. Es folgt nun Interview Nummer 4 für den September.
Heute widmet sich Kay Noa unseren Fragen.

Viel Spaß beim lesen :)



Die Autorin





Ihre Werke


The Vampire Guides



Interview mit Kay Noa


Dobbie fragt: Wie bist du zum Schreiben gekommen und wann war das (Jahr)?

Kay antwortet: Oh... meine ersten Schreibversuche hab ich schon in der Grundschule unternommen - irgendeine Pferdegeschichte, die völlig zu Recht in Vergessenheit geraten ist.
Das Schreiben ist so ein innerer Drang, die Geschichten entstehen in mir und wollen raus - mit Macht. Das hat was Schicksalhaftes, da kann ich gar nicht dagegen an.
So richtig mit dem Schreiben habe ich mit der Schwerttanz-Saga begonnen, um mir während des Jura-Studiums ein Gefühl für "normale Sprache" zu erhalten. Und dazu habe ich die Abenteuer aus unserer Rollenspielgruppe aufgeschrieben. Das hat sich dann nach und nach zu dieser Serie ausgewachsen.



Dobbie fragt: Woher holst du dir die Ideen für deine Bücher? Sind Sie eventuell durch Erlebnisse im Alltag entstanden? Gibt es da ein Beispiel?

Kay antwortet: Die Grundidee für die Bücher fliegt mir zu, ähnlich wie die "Spielaufgaben" für die Rollenspieler. Da sind wenig Autobiografische Sachen oder auch nur Beobachtungen enthalten. Aber gerade in meinem High Fantasy-Projekt, der Schwerttanz-Saga schreibe ich oft über Dinge, die mich auch im echten Leben beschäftigen. Wenn man so grundlegende Fragen in eine Fantasy-Welt verlegt, kann man sie quasi unter Laborbedingungen untersuchen und erkennt oft grundlegende Prinzipien hinter scheinbar zufälligen Begebenheiten. Das finde ich immer superspannend. Aber auch bei den Urban Fantasy Geschichten, kommt selbst Erlebtes in den Geschichten zum Tragen. Immer eigentlich. Man kann ja nur über Dinge schreiben, die man sich vorstellt und die Vorstellung folgt der Erfahrung oder basiert doch auf ihr. Von daher ist das unvermeidbar. Ich habe meine Vampirbücher nach München verlegt, weil ich die Stadt kenne und nicht so viel recherchieren muss.



Dobbie fragt: Was hat dich beim Schreiben von "Vampire Beginners Guide" und "Vampire Experts Guide" inspiriert?

Kay antwortet: Zunächst war das der ausdrückliche Wunsch meiner vampirnarrischen Schwester, die unbedingt eine eigene Vampir-Geschichte haben wollte. Ich hab ihr den Beginners Guide dann zu Weihnachenten geschenkt... Dabei ging es mir darum, mal zu untersuchen, was passiert, wenn es passiert und wie ein moderner Vampir z.B. seine Diät umsetzt. Oder wie sich Vampirismus und Beruf vereinen lassen. Und dann spielt man mit den Klischees des Genres, mit dem, was man morgens in der U-Bahn so sieht und nach und nach verdichtet sich das zu einer Story.



Dobbie fragt: So weit ich weiß, schreibst du deine Storys im Bereich Urban Fantasy und High Fantasy. War es für dich von Anfang an klar, dich diesem Bereich zuzuordnen?

Kay antwortet: Nein, das war Zufall. Ich lese alles und schreibe im Hauptberuf ja auch (stinklangweilige) Sachbücher. Zur Fantasy bin ich gekommen, weil ich eben die Rollenspielgeschichte aufgeschrieben habe.
Aber innerhalb des Fantasy-Settings habe ich Liebesgeschichten, Krimis, Thriller ... Das ist ja das Schöne an der Fantasy - sie ist quasi das Ursprünglichste aller Genres, das für jedes andere Platz hat, weil "Fantasy" heißt ja eigentlich nicht mehr als dass auch das Setting und nicht nur der Plot fiktiv ist.



Dobbie fragt: Hast du zuerst die Geschichte oder die Charaktere im Kopf?

Kay antwortet: Das ist so wie die Frage, ob das Ei oder die Henne zuerst da war. Ich habe eine grobe Grundidee, z.B. Mädchen wird Vampir und muss sich mit dem neuen Leben arrangieren. Und dann schreibe ich mit einer vagen Idee im Kopf los. Manchmal stelle ich mir meine Charaktere irgendwie vor, manchmal habe ich eine Idee, wie der Plot laufen soll... Aber meist ergibt sich beim Schreiben dann, dass das meine Charaktere ganz anders sehen und dann muss ich den Plot anpassen und dann ... lasse ich mich einfach treiben und selbst davon überraschen, wo wir gemeinsam rauskommen. Ich habe also sozusagen nur einen groben ersten Eindruck von meinen Figuren und der Story und dann lernen wir uns beim Schreiben besser kennen und daraus entsteht dann eine Geschichte. Ist eigentlich nicht anders als im normalen Leben auch.
Bei der Schwerttanz-Saga müssen z.B. ein Fürst und eine Schneiderin zusammen einen Mordfall klären, den sie nur gemeinsam lösen können. Ich wollte da keine Liebesgeschichte, weil ich das so kitschig finde. Aber entweder die zwei mögen sich nicht, weil sie so verschieden sind (und dann kann ich meinen Mordfall alleine klären) oder aber sie finden sich seeeehr nett, weil sich Gegensätze anziehen. Ich habe mich da zwei Bände lang gewehrt und dann doch klein beigegeben und den beiden ihre Romanze gelassen, sonst wird die Geschichte nicht authentisch. Dürrenmatt sagt, beim Schreiben sei es wie beim Schachspiel. Nur in der Eröffnung ist man frei, alles andere folgt logischen Zwängen.
Er hat leider recht.



Dobbie fragt: Wo schreibst du am liebsten?

Kay antwortet: Ich schreibe immer und überall, wenn ich mal eine halbe Stunde am Stück Ruhe habe. Einen bestimmten Ort habe ich nicht. Plotten kann ich am Besten in der Badewanne.



Dobbie fragt: Hast du irgendwelche Rituale vor dem Schreiben?

Kay antwortet: Nein, eigentlich nicht.



Dobbie fragt: Wie suchst du dir die Namen deiner Charaktere aus? Bekommen diese "einfach so" ihre Namen, oder steckt da eine bestimmte Bedeutung oder ein bestimmter Grund dahinter?

Kay antwortet: Das ist unterschiedlich. Bei den Vampiren hab ich mir vorher Namen überlegt, die passen (zum Teil auch, weil sie Anspielungen für meine Schwester sind). In der Schwerttanz-Saga hingegen suche ich Namen, die "richtig" klingen. Da ist es aber auch schon vorgekommen, dass sich die Figur vom Namen weg entwickelt hat und ich daher einen anderen Namen suchen musste.



Dobbie fragt: Wie kommst du auf die Titel deiner Bücher?

Kay antwortet: Weiß ich nicht mehr genau. Die Grundidee ist plötzlich da. Dann schaut man, was marketingtechnisch sinnvoll ist (da muss man halt auch praktisch denken) und sowohl bei den Vampire Guides als auch bei der Schwerttanz-Saga sind dann die Einzel-Band-Titel einer inneren Logik nach festgelegt. Bei den Vampire Guides folgt auf "Beginners Guide" und "Practice Guide" logischerweise der "Expert Guide" (und vielleicht noch ein "Professional" oder "Genius Guide", mal sehen) und bei der Schwerttanz-Saga dreht sich die Reihe um 12 ganz besondere Schwerter, wobei jeder Band einem Schwert gewidmet ist, dessen Namen er dann trägt: "Täuscher", "Grimm", "Spieler" etc.



Dobbie fragt: Wie lange schreibst du im Durchschnitt an einem Buch? An welchem Buch hast du bisher am längsten geschrieben? Und wie lange etwa ist die Zeitspanne bis zur Veröffentlichung, nachdem du ein Buch beendet hast?

Kay antwortet: Das ist ganz unterschiedlich, weil ich ja nebenbei doch noch ein paar andere Sachen auch zu tun habe. Da fällt Brutto- und Nettoschreibzeit ziemlich auseinander. Reine Schreibzeit (netto) sind so ungefähr 1 Stunde pro 5 Seiten, wobei dann noch das Überarbeiten, Formatieren, Lektorieren, Veröffentlichen, Bewerben extra kommen. Welcher Zeitraum erforderlich ist, bis ich die Stunden beisammen habe... puh... Der Vampire Beginners Guide ging schnell. Den habe ich im NaNoWriMo begonnen und bis Weihnachten fertig gehabt, also 2 Monate. An der Schwerttanz-Saga schreibe ich seit Jahren, aber das werden am Ende ja auch 12 Bände.



Dobbie fragt: Gestaltest du deine Buchcover selbst, oder lässt du dir von anderen helfen?

Kay antwortet: Nein, da lasse ich mir helfen und treibe meine arme Cover-Frau regelmäßig in den Wahnsinn. Cover sind eine Wissenschaft für sich. Was dem Autor gefällt, muss noch lange nicht dem Leser gefallen, da muss man für ein professionelles Buch einfach auch auf die Marktgewohnheiten Rücksicht nehmen und es gibt da viel zu bedenken. Welche Schrift man nimmt, welche Farben, welche Assoziationen wecken, wie das Cover in Klein auf der Seite eines Online-Shops wirkt, ob man es auch in schwarz-weiß noch gut erkennen kann etc. - das überlasse ich Profis.



Dobbie fragt: Hattest du für die Veröffentlichung deiner Werke nach einem Verlag gesucht, oder von Anfang an beschlossen, die Sache alleine in die Hand zu nehmen?

Kay antwortet: Da ich ja als Fachbuchautorin recht gute Verlagskontakte hatte, habe ich mit einigen Verlagen wegen der Schwerttanz-Saga gesprochen. Ein großer Publikumsverlag hätte die Reihe auch gerne übernommen, dabei aber so weitreichende Änderungen verlangt, dass ich dann abgesagt habe und die Bücher selbst veröffentlichen wollte. Jetzt allerdings hat mich eine namhafte Agentur geködert, die versucht, die ganze Reihe zusammen mit einem Rollenspiel-Regelwerk und Zubehör bei einem Verlag unterzubringen und das sehe ich mir jetzt mal an. Die Vampire Guides hingegen habe ich von Anfang an nur selbst veröffentlichen wollen.



Dobbie fragt: Was war es für ein Gefühl, die erste fertige eBook Auflage zu sehen? Und wie denkst du wirst du fühlen, wenn du die ersten gedruckten Exemplare deines Werkes bekommen wirst?

Kay antwortet: Ich kannte das ja schon von den Fachbüchern her und war jetzt nicht mehr so hibbelig. Aber es ist schon ein tolles Gefühl, wenn man das Buch freigibt und der Welt zeigt. Aber wirklich realisiert habe ich das erst, als dann die ersten Rezensionen kamen. Das war unbeschreiblich. Toll! Als Autor kennt man ja sein Publikum nicht. Sieht nicht, wer sich für das Buch interessiert... Darum sind Rezis auch so wichtig. Sie sind für uns das, was auf der Bühne der Appalus ist. Das Zeichen, dass wir da draußen einen anderen Menschen erreicht haben.



Dobbie fragt: Wie stehst du dem Thema Buchverfilmung gegenüber?

Kay antwortet: Sehr aufgeschlossen. Speziell die Vampire Guides könnte man gut verfilmen, weil sie nicht so komplex sind und auch mit weniger Tricktechnik auskämen. München ist ja auch eine Medienstadt... *g*
Die Schwerttanz-Saga hingegen müsste man als Serie verfilmen, so ein bisschen so wie Games of Thrones. Auch wenn ich mich nicht mit G.R.R. Martin messen will und auch deutlich weniger blutrünstig bin, ist doch so eine High-Fantasy-Geschichte viel komplexer als man in 2 h Film vernünftig darstellen könnte.



Dobbie fragt: Wenn eines deiner Bücher verfilmt werden würde, welche Schauspieler würdest du am liebsten in den Rollen deiner Charaktere sehen?

Kay antwortet: Ich hätte gerne unbekannte Gesichter, damit es nicht heißt, der "Brad Pitt" hat mir aber in der oder der Rolle besser gefallen. Das finde ich auch das Schlimmste am Film, er zerstört das Kopfkino. Ich beschreibe das Aussehen meiner Charaktere ganz bewusst nur sehr sparsam, damit sich die Leser selbst ihr Bild machen dürfen. Das geht beim Film nicht.



Dobbie fragt: Wer in deinem engsten Familien- und Bekanntenkreis ist dein größter Kritiker?

Kay antwortet: Mein größter Kritiker ist meine Schwester, ganz klar.



Dobbie fragt: Könntest du dir vorstellen, mit einer Autorin/einem Autor zusammen ein Buch zu schreiben?

Kay antwortet: Ja, warum nicht. Mit Lilly Labord teile ich mir ja die Schattenwelt der Vampire Guides. Das heißt, sie schreibt über die Frankfurter und ich über die Münchner Szene und unsere Charaktere haben gegenseitig Gastauftritte.
So ist Lillys VIV (Very Important Vampire) auch auf einem Empfang im Vampire Practice Guide und mein Oberkommissar Weihrich verhört wegen einem Brand bei Lilly deren Charaktere.



Dobbie fragt: Welches Buch hat einen nachhaltigen Eindruck bei dir hinterlassen und ist aus deinem Bücherregal nicht mehr wegzudenken?

Kay antwortet: Das sind so viele, dass ich Sprechstau habe, weil so viele Titel gleichzeitig rauswollen. Früh und sehr nachhaltig geprägt haben mich Marion Zimmer Bradley mit ihrer Darkover-Reihe, Agatha Christie und Karl May mit seinen Abenteuergeschichten.
Terry Pratchett und Douglas Adams haben gezeigt, wie skurril eine Idee werden darf... nein, es sind zu viele.



Dobbie fragt: Wenn du jetzt kein Autor wärst, würde dir da etwas in deinem Leben fehlen?

Kay antwortet: Ja, sicherlich. Wie gesagt, ich schreibe aus einem inneren Zwang heraus. Das Schreiben ist ein Ventil für meine Fantasie.



Dobbie fragt: Hättest du damit gerechnet, dass dein Buch bei den Lesern so gut ankommt?

Kay antwortet: Natürlich träumt man, wenn man sein Buch hochlädt, dass es der Super-Mega-Millionen-Weltbestseller mit Literatur-Nobelpreis wird. Aber gerechnet habe ich nicht damit.
Ich könnte immer wieder vor Glück heulen, wenn ich die Rezensionen von wildfremden Menschen lese, für die meine Figuren zu Freunden geworden sind. Das ist es, was die Schriftsteller zum tollsten Beruf von allen macht.



Dobbie fragt: Gibt es Dinge, die dich am Buchgeschäft stören? Wenn ja, welche sind das?

Kay antwortet: Der Buchmarkt ist nicht so sehr anders als andere auch. Was mich speziell im Moment stört, ist dieses ewige Entweder-Oder. Der Grabenkampf zwischen Online- und Stationärem Buchhandel müsste nicht sein, wenn sich speziell der stationäre Buchhandel ein bisschen bewegen würde.
Das hängt auch an der Frage e-Book oder Print. Ich z.B. lese meine "Popcorn-Bücher" gerne elektronisch, weil es praktisch ist, man sie notfalls auf dem Handy dabei hat und sie keinen Platz wegnehmen. Meine Seelenbücher (die vielen Titel von oben) hingegen will ich in Print im Regal haben.
Das ist wie der Unterschied zwischen Freunden und Bekannten. Wenn also der stationäre Buchhandel vernünftige und praktikable Online-Lösungen böte, ginge es gleich besser. Und dann als dritter Graben die leidige Kluft zwischen Indie- und Verlagsautor. Solange der Buchhandel für Indies keinerlei Angebot hat, solange hat der Online-Buchhandel (speziell jener der wie ein Fluss klingt) einfach einen Marktvorteil, den er gnadenlos ausnutzt. Auch da muss Bewegung rein. Aber ich vermisse da eine offene Diskussion fernab alberner offener Briefe und vor allem so etwas wie eine intelligente Alternative.



Dobbie fragt: Warst du schon mal auf einer Buchmesse (Frankfurt oder Leipzig)? Falls ja, warst du privat dort oder nicht? Und wie hatte es dir dort gefallen?

Kay antwortet: Ich war schon auf beiden Messen und immer geschäftlich. Da ich mit dem Buchmarkt nicht so zufrieden bin, versuche ich Alternativen zu entwickeln und da muss man sich natürlich auf den Messen sehen lassen und mit anderen Menschen ins Gespräch kommen. Ich bin da dann immer wieder von der schieren Masse der Bücher und Buchmenschen überwältigt, von dem Herzblut, der Leidenschaft, die letztlich das alles verbindet, vereint und zusammenhält - das ist es, was mich dann nach Lösungen für die drei Probleme von oben suchen lässt und das lässt mich dann auch an eine Lösung glauben.



Dobbie fragt: Da ich selbst sehr aktiv auf twitter und facebook bin, interessiert mich eines ganz besonders: Dank der Social Networks ist der Kontakt zwischen Autor/in und deren Leser/Fans viel intensiver geworden. Fluch oder Segen?

Kay antwortet: Das kommt ganz darauf an, was man daraus macht. Ich tausche mich sehr gern mit meinen Lesern aus, bin für jedes Feedback dankbar und greife Kritik und Verbesserungsvorschläge auch gerne auf. Das ist aber eine Naturell-Sache. Ich bin auch sonst gerne unter Menschen, höre mir fremde Meinungen an und finde vieles spannend. Von daher kenne ich das gar nicht anders. Wenn man hingegen vor fremden Menschen eher erschrickt, ist das vermutlich schlimm. Speziell als Self-Publisher/Indie, der sich einfach selbst um seine Fanbase kümmern muss.
In jedem Fall aber muss man sehr bewusst mit den Sozialen Netzwerken umgehen. Aber das trifft ja heute auf alle zu, nicht wahr?



Dobbie fragt: Hast du neue Buchprojekte am Start? Wenn ja, kannst oder willst du deinen Lesern schon etwas verraten?

Kay antwortet: Ende des Jahres kommt der "Vampire Expert Guide" raus und auch die "Schwerttanz-Saga" wird in irgendeiner Form für Leser wieder weitergetrieben. Daneben arbeite ich mit meiner Kollegin Jennifer J. Grimm am "Schattenwelt-Report". Das ist ein Lifestyle-Magazin für Paranormale, das im Stil von Bunte, Gala oder Men's Health aus der Welt der Vampire, Werwölfe, Dämonen berichtet. So werden Bücher und Charaktere von Kollegen aus einer anderen Perspektive dargestellt, als z.B. über Rezensionen oder Autoreninterviews. Das ist für Fans der Bücher wie auch Nochnichtleser gleichermaßen lustig. Macht aber eben auch Arbeit und Zeit... hach ja... ist knapp.



Dobbie fragt: Wenn du privat auch Bücher liest, liest du dann richtige Bücher oder lieber eBooks? Und welche Genre liest du am liebsten und welche magst du überhaupt nicht?

Kay antwortet: Ich lese in jedem Format und in jedem Genre - wenn mir ein Buch nicht gefällt, breche ich ab. Das Leben ist zu kurz für schlechte Bücher. Aber eine Chance gebe ich wirklich jedem Buch, das mir in die Finger fällt.



Dobbie fragt: Benutzt du ein Pseudonym als Autorenname oder hältst du von soetwas nichts?

Kay antwortet: Gerade, weil man so direkt in Kontakt mit seinen Fans geht, verstehe ich gut, wenn man mit einem Pseudonym arbeitet. Das ist ein guter Weg, um sein Privatleben (und auch das der Familie) zu schützen. Wenn man jetzt ganz grausame Krimis oder sehr erotische Fantasy schreibt - dann ist das unter Umständen ja auch für die Kinder in der Schule schwierig, wenn man mit den Büchern wirklich Erfolg hat und etwas bekannter wird. Ich möchte nicht als Tochter von Frau Elliot im Pausenhof blöde Fragen beantworten müssen.



Dobbie fragt: Gibt es eine bestimmte Romanfigur, mit der du dich am meisten identifizieren kannst?

Kay antwortet: Nein. Romanfiguren sind gute Freunde, beste Freunde ein paar sogar, man leidet mit ihnen, versteht sie, liebt sie (die eigenen wie die eigenen Kinder) - aber mehr auch nicht. Ich war aber auch als Teenie schon kein Hardcore-Fan von irgendwelchen Boygroups. *g*



Dobbie fragt: Gibt es Tage, an denen du überhaupt nicht schreibst und dann wieder welche, an denen du überhaupt nicht vom Schreibtisch wegkommst?

Kay antwortet: Absolut. Das ist bei mir extrem tagesformabhängig. Leider passt das Timing oft nicht. Das heißt, wenn ich könnte habe ich keine Zeit und wenn ich Zeit hätte, fällt mir nix ein.



Dobbie fragt: Beschreibe uns doch mal deinen Alltag! Was tust du, wenn du nicht schreibst?

Kay antwortet: Ich bin Rechtsanwältin in München, wo ich auch mit meinem Mann, einem Hund, zwei Katzen und einer variablen Anzahl von Fischen in einem Haus am Stadtrand wohne. Neben dem Lesen mach ich gern und viel Sport (Klettern, Skifahren, Fechten) und bilde nebenbei Reiter und Pferde aus. Ich gehe gerne aus und bin überhaupt gern unter Leuten, fühle mich aber auch allein mit einem Buch pudelwohl.



Dobbie fragt: Hast du noch einen besonderen Herzenswunsch, den du dir noch erfüllen möchtest?

Kay antwortet: Einen Nummer-1 Bestseller. Da arbeite ich aber schon dran. *lach*



Dobbie fragt: Was wünschst du dir für deine Zukunft?

Kay antwortet: Gesundheit. Das ist das Wichtigste. Sonst klappt der Rest einfach auch nicht.



Dobbie fragt: Gibt es ein paar Tipps, die du anderen Jungautoren mit auf den Weg geben kannst?

Kay antwortet: Schreiben, Zuhören und Geduld! Erst mal Geduld: Noch nie gab es mehr Möglichkeiten, eine Geschichte einem Publikum vorzustellen. Aber diese Vielfalt erfordert auch, dass man sich vorher überlegt, welche Möglichkeit man ergreifen will. Schreibe ich vorrangig für mich oder will ich damit Geld verdienen?
Im letzteren Fall sollte man sich vorher genau anschauen, was die Leser wollen, die das Buch ja kaufen sollen. Wer ist meine Zielgrupppe? Wie kann ich sie erreichen? Wie ihr Interesse wecken? Die Zielgruppe kann ein Verlag/Agent oder aber auch eine bestimmte Lesergruppe sein. Die Kontaktpflege ist ein langwieriges Geschäft. Ein Jahr ist da schnell vorüber, deshalb Geduld. Dann Zuhören. Wie machen es andere, was funktioniert, was funktioniert nicht... Man kann auch aus Erfahrungen, die andere machen, lernen. Marktbeobachtung nennt sich das. Und schließlich Schreiben: Schreiben ist ein Handwerk. Gerade, wenn man intuitiv schreiben will und Freude daran hat, sollte man sich auch für das Handwerk interessieren.
Das beginnt bei sauberer Grammatik und Rechtschreibung, geht aber noch weiter. Dramaturgischer Aufbau, Spannungsbögen, Charakterbildung, das Verhältnis von Sprache und Stimmung... Nichts davon ist in Stein gemeißelt, aber gerade deshalb hat es schon einen Grund, warum sich die Regeln herausgebildet haben. Man sollte sie kennen, bevor man sie bricht. Die Texte werden besser, wenn man sich auch mit der Schreibtheorie befasst. Und am Besten geht das, wenn man anderen Kollegen auf die Finger schaut. Warum ist das Buch an der Stelle so spannend, dass man vergisst aus dem Bus zu steigen und warum schläft man bei einem anderen ein? Offen bleiben und geduldig sein... und unzufrieden. Nur ein unzufriedener Künstler ist fähig, über sich hinauszuwachsen.


So, und jetzt möchte ich mich noch ganz herzlich für das enorme Interesse an mir und meiner Arbeit bedanken. Mit so vielen Fragen habe ich gar nicht gerechnet und bei ein paar habe ich auch echt nachdenken müssen. Eure Kay




Liebe Kay,

vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen uns dieses ausführliche Interview gegeben hast ♪


6 comments:

  1. absolut klasse das Interview einer tollen Autorin

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    Replies
    1. Bald kommen hoffentlich noch mehr Interviews. Muss aber erst wieder ein paar Leutchen zusammensuchen. :)

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  2. Hey, ich hab dich getaggt :)
    http://funneswelt.blogspot.de/2014/09/tag-liebster-award.html
    LG, funne

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    1. Vielen Dank für den Tag.
      Auch wenn es andere Fragen sind, bin ich allerdings noch nicht sicher, ob ich nochmal mitmache, hatte diesen ja schon mal. :)

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  3. HuHu, wirklich schönes Interview *--* Dein Blog ist übrigens auch ganz toll, ich bin gleich mal deine Leserin geworden und werde in Zukunft öfter mal vorbeischauen :)

    Alles Liebe,
    Leslie von http://lefabook.blogspot.de/

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